Finanzriese Apollo von Social-Engineering-Angriff getroffen
Der Vermögensverwaltungsriese Apollo Global Management bestätigte, Opfer einer großangelegten Welle von Cyberangriffen auf den Finanzsektor geworden zu sein. Das Unternehmen gab bekannt, dass Angreifer auf persönliche Daten zugegriffen haben.
Was ist passiert
Apollo Global Management, eine der weltweit größten Vermögensverwaltungsgesellschaften, gab am Freitag offiziell bekannt, von einer Reihe von Social-Engineering-Angriffen betroffen zu sein, die den Finanzsektor im letzten Monat erschüttert haben. Laut einer vom Unternehmen in Kalifornien eingereichten Datenpannenmeldung verschafften sich Angreifer zwischen dem 6. und 10. Juli unbefugten Zugriff auf einige der Cloud-Plattformen des Unternehmens.
Diese Offenlegung macht Apollo zum ersten Opfer, das formell zugibt, dass sensible personenbezogene Daten bei der Angriffswelle kompromittiert wurden, die auf Private-Equity-Firmen, Anwaltskanzleien, Finanzratingagenturen und Medizintechnikunternehmen abzielte. Die Identität und der Umfang der Akteure hinter diesen Angriffen, die in der Finanzwelt mit Sorge beobachtet werden, bleiben Gegenstand von Ermittlungen. Apollo hat nicht angegeben, wann oder wie es von dem Eindringen erfahren hat, und hat bisher nicht auf Anfragen nach Kommentaren reagiert.
Kompromittierte Daten
Laut der Erklärung von Apollo wurde im Rahmen einer laufenden Untersuchung am 12. August festgestellt, dass die Angreifer auf wichtige persönliche Daten zugegriffen hatten. Die kompromittierten Informationen umfassen hochsensible Daten:
- Vollständige Namen
- Geburtsdaten
- Kontaktinformationen (Telefonnummer, E-Mail-Adresse usw.)
- Wohnadressen
- Sozialversicherungsnummern (SSNs)
Die Kombination solcher Daten stellt ein ernstes Risiko für Identitätsdiebstahl und Betrug dar. Das Unternehmen hat die Anzahl der betroffenen Personen noch не bekannt gegeben, gab jedoch an, bisher keine Beweise dafür gefunden zu haben, dass die gestohlenen Daten online veröffentlicht oder für Identitätsdiebstahl oder Betrug verwendet wurden. Dennoch besteht die Sorge, dass solche Daten in Zukunft von Cyberkriminellen verwendet werden könnten.
Wie der Angriff erfolgte
Obwohl Apollo die für den Angriff verantwortliche Gruppe nicht nannte, deutet eine von Google Anfang dieses Monats vorgenommene Zuordnung darauf hin, dass die Bedrohungsgruppe „BlackFile“ hinter der laufenden Kampagne steckt. BlackFile ist bekanntermaßen mit einem größeren Cybercrime-Netzwerk namens „The Com“ verbunden. Die Gruppe hat kürzlich ihre Erpressungsoperationen unter vier verschiedenen Marken neu strukturiert: Redact, Pink, Helix und Falcon, die Berichten zufolge eine gemeinsame Infrastruktur nutzen.
Die Angriffsmethode beruht auf Social-Engineering- und Voice-Phishing-Techniken, die auf den menschlichen Faktor und nicht auf eine technische Schwachstelle abzielen. Es ist bekannt, dass BlackFile und seine Tochtergesellschaften Opfer per Telefon или anderen Kommunikationskanälen kontaktieren und sich als IT-Support-Mitarbeiter ausgeben. Nachdem sie Vertrauen gewonnen haben, überreden sie die Opfer, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um Zugang zu sensiblen Informationen zu gewähren oder in Systeme einzudringen. Nach diesen Angriffen bedroht die Gruppe ihre Opfer typischerweise mit Lösegeldforderungen, die bei etwa 3 Millionen US-Dollar beginnen. Es wurde beobachtet, dass diese Beträge oft auf unter 1 Million US-Dollar heruntergehandelt werden.
Wer war betroffen
Die wichtigste Institution, deren Daten bei diesem Angriff nachweislich kompromittiert wurden, ist Apollo Global Management, die Ende Juni ein Vermögen von 1,05 Billionen US-Dollar verwaltete. Die Größe des Unternehmens unterstreicht die potenziellen Auswirkungen des Angriffs und die Ernsthaftigkeit der Cybersicherheitsrisiken im Finanzsektor.
Apollo war jedoch nicht das einzige Ziel dieser Angriffswelle. Forscher teilten CyberScoop zuvor mit, dass auch einige der größten Konkurrenten von Apollo, darunter Giganten wie Blackstone und Bain Capital, mit ähnlicher bösartiger Infrastruktur angegriffen wurden. Es ist jedoch noch nicht klar, ob ihre Systeme kompromittiert wurden. Die Aktivitäten von BlackFile und seinen Tochtergesellschaften beschränken sich nicht auf den Finanzsektor. Seit Anfang des Jahres haben sie Organisationen in vielen verschiedenen Sektoren betroffen, darunter Gesundheitswesen, Technologie, Transport, Logistik, Groß- und Einzelhandel sowie das Gastgewerbe.
Was Sie tun können
Apollo wird die von der Datenpanne betroffenen Personen direkt benachrichtigen. Wenn Sie jedoch glauben, ein potenzielles Opfer dieser Art von Datenpanne zu sein oder allgemein proaktiv handeln möchten, können Sie die folgenden Schritte unternehmen:
- Überwachen Sie Ihre Konten: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Bankkonten, Kreditkartenabrechnungen und andere Finanzkonten auf verdächtige Aktivitäten.
- Beobachten Sie Ihre Kreditauskünfte: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kreditauskünfte bei den drei großen Kreditauskunfteien (in den USA: Equifax, Experian, TransUnion), um nach verdächtigen Konten zu suchen, die in Ihrem Namen eröffnet wurden.
- Seien Sie vorsichtig bei Phishing-Versuchen: Ihre kompromittierten persönlichen Informationen könnten verwendet werden, um überzeugendere Phishing-E-Mails oder Vishing-Anrufe zu erstellen, die auf Sie abzielen.
Was das Unternehmen sagt
In der Datenpannenmeldung fasste Matthew Breitfelder, Global Head of Human Capital bei Apollo, die vom Unternehmen ergriffenen Maßnahmen zusammen: „Nachdem wir den Vorfall entdeckt hatten, haben wir umgehend die Strafverfolgungsbehörden benachrichtigt, führende externe Cybersicherheits- und Forensik-Experten beauftragt, unsere Sicherheitsprotokolle verbessert und eine Untersuchung eingeleitet.“
Quelle
https://cyberscoop.com/apollo-discloses-data-breach-social-engineering-attack/
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